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Vielen Dank für Ihr Interesse! Die AMD (Alterbedingte Makula-Degeneration) ist die häufigste Ursache für Sehbehinderung und nachlassende Lesefähigkeit im Alter in Deutschland und anderen entwickelten Ländern der Welt.

AMD - was ist das?

Mit zunehmendem Lebensalter erkrankt leider bei vielen Menschen die Stelle schärfsten Sehens, die Mitte der Netzhaut. Dieser wertvolle Teil unserer Netzhaut wird Makula genannt. Daher die Bezeichnung AMD: Altersbedingte Makula-Degeneration. Wir sprechen auch von Makula-Erkrankung (Die Erkrankung der Makula).

AMD - wer ist betroffen?

An der AMD erkranken fast ausschließlich ältere Menschen. Die AMD kommt meistens schleichend. Häufig sind beide Augen betroffen, jedoch nicht immer seitengleich.

AMD - wie ist der Verlauf der Krankheit?

Zunächst läßt die Sehschärfe nach. Das Lesen wird schwieriger. Im Laufe der Jahre versucht man zunächst mit stärkeren Brillen, mit guter Lesebeleuchtung, dann mit Lupen und Bildschirm-Lesegeräten auszuhelfen. Schließlich kann die Lesefähigkeit völlig verloren gehen. Bei der weniger schlimmen Verlaufsform, der "trockenen" Form, geschieht dies sehr langsam, im Laufe von Jahren. Bei der "feuchten" Form hingegen kann der Verlust der Lesefähigkeit sehr rasch, binnen weniger Wochen, eintreten. Wichtig für die meist betagten Patienten ist aber, dass diese Erkrankung - wie auch immer sie verläuft - typischerweise nicht zu einer vollständigen Erblindung führt. Immerhin bleibt in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung noch ein orientierendes Sehen möglich.

AMD - was ist die Ursache?

An der Makuladegeneration wird zur Zeit intensiv geforscht; teilweise kennt man die pathophysiologischen Abläufe, aber die zugrundeliegenden Ursachen sind im Wesentlichen unbekannt. Die AMD ist natürlich nicht ansteckend. Die AMD wird zwar nicht durch die eigene Lebensführung verursacht, man nimmt aber an, dass die AMD durch schädliche Einflüsse verschlimmert werden kann, wie allgemein ungesunde Lebensweise, Rauchen, einseitige Ernährung mit Mangel an Lutein, mangelnder Schutz vor intensiver UV-Strahlung. Ob es erbliche Faktoren gibt, ist noch nicht ausreichend erforscht, man nimmt es aber an. Augenärzte haben mit Rücksicht darauf, dass es keine leichtverständliche deutsche Bezeichnung für diese Erkrankung gibt, die Makuladegeneration in früheren Jahrzehnten häufig als "Durchblutungsstörung" bezeichnet, was den Kern der Sache aber nicht trifft. Dementsprechend sind "durchblutungsfördernde" Medikamente von eher begrenztem Nutzen.

AMD - gibt es denn keine Behandlungsmöglichkeit?

Tatsächlich ist die Makuladegeneration einer Behandlung nicht gut zugänglich. Für die "trockene" Verlaufsform versucht man eine Verbesserung der Lesefähigkeit zu erreichen, indem die Lesebrille derart verstärkt wird, dass sie wie eine vergrößernde Sehhilfe wirkt. Ferner verwendet man besonders starke Leselampen, die ein in der Helligkeit regelbares, blendfreies, direktes Licht bieten. Eine große Zahl verschiedener Lupen ohne oder mit eingebauter Beleuchtung für das Lesegut werden von der optischen Industrie angeboten und müssen individuell ausgesucht und angepasst werden. Darüber hinaus gibt es Bildschirm-Lesegeräte. Es handelt sich dabei um Vergrößerungsgeräte, die auch Reste des Sehvermögens für das Lesen nutzbar machen, indem die Schrift der Zeitung, des Buchs usw. enorm stark vergrößert wird; im Extremfall füllt ein einzelnes Wort den ganzen großen Bildchirm aus. Der Umgang mit diesen Bildschirm-Lesegräten muss geübt werden, und gerade bei älteren Menschen muss kritisch geprüft werden, ob ein solches Gerät überhaupt von Nutzen ist.

AMD - existiert denn keine medikamentöse Behandlungsmöglichkeit?

Eine medikamentöse Therapie der trockenen Makuladegeneration mit der Wirkung einer Besserung oder Heilung der AMD gibt es derzeit nicht, es wird jedoch weiter daran geforscht. Die Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln, die Antioxidantien (Vitamin C, Vitamin E, Beta-Carotin), Zink und Lutein oder Zeaxanthin enthalten, kann den Verlauf in Richtung Verschlimmerung nur gering abmildern. Die Wirkung einer solchen Vitamin/Zink-Kombination ist zwar bewiesen (ARED-Studie), das Ausmaß der Wirksamkeit ist aber relativ bescheiden, so dass - angesichts des hohen Preises der Nahrungsergänzungsmittel und angesichts der Notwendigkeit, diese ein Leben lang einzunehmen - Patienten selber darüber entscheiden sollen, ob sie eine Therapie mit Vitaminen, Zink und Lutein oder Zeaxanthin durchführen (und bezahlen) wollen. Dabei ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass eine solche Therapie keinen Sinn hat, wenn sie nicht über mindestens drei Jahre (besser lebenslang) angewendet wird. Solche  Nahrungsergänzungsmittel werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht bezahlt. - Lutein kommt in grünem Blattgemüse vermehrt vor. Es wird deswegen generell empfohlen, bei der Zusammenstellung seiner Ernährung darauf zu achten, dass man genügend grünes Gemüse täglich ißt. Man nimmt an, dass das Lutein und Zeaxanthin das Makulapigment verbessern, welches einen Schutzfaktor für die Makula darstellt. Dazu liegen jedoch bisher keine hochwertigen (randomisierten kontrollierten Multicenter-Longitudinal-) Studien vor. Mit der AREDS2 Studie, auf dessen Abschluss gewartet wird, werden wir möglicherweise mehr zu diesem Thema erfahren.

AMD - mit der Krankheit leben

Wirksame Medikamente (wie bereits erwähnt), aber auch Operationen oder LASER-Therapien gibt es für die "trockene" Makuladegeneration bisher nicht. Die Betroffenen müssen sich daher in vielen Fällen mit der nachlassenden Sehfähigkeit abfinden und im Alltag fremde Hilfe in Anspruch nehmen. Meistens ist der Verlauf der trockenen AMD so langsam, dass der Betroffene Zeit hat, sich an die veränderte Sehleistung zu gewöhnen. Vergrößernde Sehhilfen können in verschiedenen Situationen des Alltags hilfreich sein. So gibt es handliche kleine Leuchtlupen für die Manteltasche, die helfen, beim Einkauf im Supermarkt die Preise zu lesen. Kleine Fernrohre, die man unauffällig in der hohlen Hand halten kann, helfen beim Ablesen der Nummer der Buslinie usw. Ein Telefon mit besonders großen Tasten erleichtert das Wählen beim Telefonieren. Treppenhaus und Flure sollten mit besonders hellen, aber blendfreien Lampen beleuchtet werden. Eine "sprechende" Waage, die das gemessene Gewicht in natürlicher Sprache ansagt, oder auch eine Uhr, die auf Knopfdruck die Uhrzeit ansagt, können das Leben sehr erleichtern. Markierungen in kräftigem Orange verbessern die Orientierung in der Wohnung. Die genannten Hilfen sind für die Betroffenen äußerst wertvoll und nützlich, denn sie erlauben es, ein weitgehend eigenständiges Leben zu führen.

AMD - Behandlungsmöglichkeiten für die "feuchte" Form

Bei der feuchten Form der Makuladegeneration existieren jetzt seit ein paar Jahren Behandlungsmöglichkeiten. Ziel der Behandlung ist jeweils die Rückführung der "feuchten" in die "trockene" Form, bzw. das Aufhalten des weiteren (raschen) Fortschreitens der Erkrankung. Eine Heilung gibt es zwar nicht, aber immerhin, es gibt vielversprechende Behandlungsansätze für die Betroffenen der "feuchten" Form, sofern die Erkrankung frühzeitig erkannt wird. Die vor einigen Jahren noch aktuelle Photodynamische Therapie wurde in letzter Zeit abgelöst durch operative Methoden, die sogenannte intravitreale Injektion. Die Photodynamische Therapie mag heute in Einzelfällen, eventuell kombiniert mit der intravitrealen Injektion, noch zur Anwendung kommen. An der intravitrealen Injektion, einer operativen Methode zur Behandlung der Netzhaut bei der feuchten Form der AMD, wird intensiv geforscht, und es gibt ermutigende Ergebnisse bei betroffenen Patienten. So wird in Fällen der feuchten Makuladegeneration die Behandlung mit Ranibizumab = Lucentis erfolgreich eingesetzt (Verwendung finden auch Pegaptanib = Macugen und Bevacizumab = Avastin). Es handelt sich um Medikamente, die wiederholt (in etwa monatlichem Abstand) in das Innere des Augapfels eingespritzt werden müssen (Intravitreale Injektion). Natürlich können solche Eingriffe nur unter den Bedingungen eines sterilen Operationsraumes durchgeführt werden. Wie jede operative Behandlung hat auch diese Behandlung Risiken. Die Bezahlung der Behandlung ist zur Zeit noch nicht für alle Kassen und/oder Medikamente geklärt (Patienten müssen derzeit damit rechnen, dass ein Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse gestellt werden muss, was wertvolle Zeit kostet. In Einzelfällen zahlt der Patient die Behandlung beim Operateur und beim Nachbehandler selber und muss sich im Anschluss selber um Kostenerstattung bemühen). Patienten, die sich dieser Behandlung unterziehen, sollten wissen, dass sich die Erkrankung nur unter wiederholter intravitrealer Injektion, möglicherweise sogar nur unter auf Dauer ständig wiederholter Injektion stabilisiert. - Weitere Behandlungsverfahren sind in Entwicklung, und es lohnt sich für Betroffene deswegen jetzt schon, den Augenarzt bei der Früherkennung der Makuladegeneration zu unterstützen, indem Sie regelmäßig Ihren Augenarzt aufsuchen und sich mit erweiterter Pupille untersuchen lassen.

AMD - kann ich vorbeugen?

Ja! Gesund leben, Krankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes rechtzeitig erkennen und behandeln, nicht rauchen und viel Bewegung. Ferner viel grünes Gemüse essen; dieses enthält Lutein. Bei sehr hellem Sonnenlicht (Wüste, Mittelmeerküste) eine geeignete (!) Sonnenbrille tragen (bitte fragen Sie Ihren Augenarzt oder Augenoptiker nach der geeigneten Sonnenbrille). Regelmäßig die Augen beim Augenarzt untersuchen lassen.

AMD - Früherkennung der Makuladegeneration

Bei der Untersuchung auf Makuladegeneration werden in der Hauptsache drei Verfahren eingesetzt:

Erstens die Untersuchung mit dem Augenspiegel und dem Mikroskop: Der Augenarzt läßt durch eine Helferin pupillenerweiternde Augentropfen in die Augen des Patienten einträufeln und untersucht im Anschluß (wenn die Pupillen weit sind, was länger dauern kann) den Augenhintergrund, und dabei insbesondere das Zentrum der Netzhaut, die Makula. Diese Untersuchung ist unerläßlich und stellt die Grundlage aller weiteren Untersuchungen dar.

Zweitens die Fluoreszein-Angiografie der Makula: Ebenfalls nach Weitstellung der Pupillen wird dem Patienten ein verträglicher Farbstoff (Kontrastmittel, Fluoreszein) in eine Armvene gespritzt und gleichzeitig mit einer spezialisierten Kamera-Apparatur die Makula fotografiert oder gefilmt. Der Augenarzt sieht auf den Aufnahmen wegen der Kontrastwirkung des Fluoreszeins die Details der Makula-Erkrankung erheblich deutlicher und kann Entscheidungen über die geeignete Behandlung treffen.

Drittens das Amsler-Netz: Der Patient betrachtet mit jedem Auge einzeln unter Verwendung seiner Lesebrille ein Blatt Papier mit einem engmaschigen Karomuster und kontrolliert, ob er die Linien glatt, gerade, unverzerrt und lückenlos sieht. Wenn krankhafte Verzerrungen auftreten, soll der Patient unverzüglich seinen Augenarzt aufsuchen. Der Test kann dem Patienten nach Hause mitgegeben werden, damit der Patient selber, zwischen den regelmäßigen Konsultationen bei seinem Augenarzt, in wöchentlichem Abstand prüft, ob die Makula-Erkrankung eine Verschlimmerung zeigt oder nicht.

Selbstverständlich ist die Auflistung der drei genannten diagnostischen Verfahren unvollständig. Ihr Augenarzt wird für Sie in seiner Praxis dasjenige Verfahren wählen, das in Ihrem speziellen Fall am aussagekräftigsten, und für Sie am wenigsten belastend ist.

aktualisiert am 10.8.2011

Copyright für diese und alle anderen Seiten dieser Homepage: 2009-2011 Dr. med. Georg Niepel

 
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